Buchbesprechung    Brigitte Peschke, Erlabronn

Eigentlich sollten Sie – einerseits – dieses Buch lieber nicht lesen: Sie werden weinen.
Wenn Sie nämlich die pfiffigen Frauen schon einmal live erlebt haben, werden Sie ganz traurig sein,
weil notwendigerweise vieles fehlt was dazu gehört:
Charlotte Willbergs spritzige Klavierbegleitung z.B. mit den eingearbeiteten Musikzitaten, 
welche die Texte teils erläutern oder steigern, teils boshaft unterminieren;
Gestik und Mimik der frechen Damen; betroffene Nachdenklichkeit und Gelächter aus dem Publikum
– das Ambiente.
Und falls Sie – das soll es ja geben – noch nie eine Vorführung miterlebt haben, dann kommen Ihnen 
möglicherweise die Tränen vor Neid und Ärger – weil Sie noch nie dabei waren.

Andrerseits sollten Sie es vielleicht doch lesen: Da gibt es nämlich zwei ganz kurze aber klärende Vorworte,
gänzlich unlangweilige Überleitungen und Kommentare in Dialogform, Hinweise auf die Musik, die eigentlich dazugehört
– o dass sie wenigstens mitgedacht werden kann -; es gibt schöne Bilder zum Sicherinnern
– und natürlich die einfach hinreißenden Texte, ältere und neueste, allesamt erstaunlich aktuell. –

Das ist wirklich Kabarett in bester Tradition: Witzig, kritisch, politisch, heiter und hinterhältig.
Die evangelisch-klerikale Kulturlandschaft Bayerns – und vor allem die Frauen darin – werden aufs Korn genommen
– aber nicht nur die klerikale, nicht nur die bayerische Landschaft – und auch nicht nur die Frauen.

Das macht überhaupt das Buch so erfreulich und lohnend: 
Beim Lesen kann gewissermaßen das Feuerwerk der Einfälle im Unterschied zur Live-Aufführung nach Laune
verlangsamt werden. Frau bekommt einfach mehr mit, genießt dieses gekonnte Stück künstlerisch aufbereiteter
Kleinsoziologie, z.B. die immer durchgehaltene Balance zwischen sorgfältig beobachteter Konkretion im Vordergrund
und der Ausweitung ins Allgemeingültige.
Ich lese, lache und denke nach – und das ist eigentlich das Beste, was mir bei einem Buch passieren kann.

Fazit: Machen Sie sich einen vergnügten Abend.  Das Büchlein liest sich wie Sekt. Sie werden wach und heiter,
schmunzeln, denken ein wenig nach – und schlafen dann besonders gut. Und falls Sie tatsächlich Tränen vergießen:  
Wahrscheinlich kommt es vom Lachen.